Angerona Ambrasaite
Translated by Angerona Ambrasaite
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Twelve Donkeys and the Bible of Usuries / Zwölf Esel und die Zinsbibel
1.
Blessed are the unholy, the cats and their masters.
I see them in a park, nibbling on their human shell as if the day was their enemy.
A vast awaiting.
Leaves snitch on twigs at the first opportunity, twigs snitch on leaves.
Blessed are the trees, tender they are, and damned.
What lures the twigs?
How precise is the wind watching us?
There were times I’d think, until my nose would swell.
I prayed.
I sat down and made contact with the earth through my palms.
The earth mumbled as I mumbled.
The earth gargled with pesticides and worms.
"Flush it!" I said, and she flushed.
But the propellants?
All reverent cars?
I rose from the ground like an Egyptian cat, sluggish and graceful.
The wind whistled a song about going mute.
"Grab it, dear hiker, grab it..."
Twelve donkeys trotted through my thoughts, my habitat.
Twelve pairs of ears, too friendly to be angry with.
Sit, stand, sit, stand, touch.
The momentum shifted badly towards the political.
U dissolved from the s.
These days had suction cups on fins and no shyness to suck.
It got out of hand.
Now we are aware of those unholy times, talk of them as were they tiny, monads, half-men,
half-moons.
Yet even today, motorboats sail between Greek islands, transporting tobacco.
Even today, we confuse the small with the tangible.
At the pier, sits a seawoman in a seawoman's cap, leaving nothing on fire.
O ball-joints of nature, may your rotation take her under protection!
Blessed are the casteites, the tired workers, the howled eyes of men.
Can they be helped by the NEW WAY?
As stiff as light, my shadow floats in the Mediterranean.
I am anxious.
Stupid like the stupidest of dogs, I long for niceness.
Tenderness speaks from my body -
With the eyes of language each plant resembles an eyelash.
If you water it with a poem, nothing happens ...
2.
Quiet are the blessed, holy and tangible.
Lousy during crises, they look from right to left, when crossing a street.
The Childhoodstreet?
Yes.
The Confidencestreet?
Yes –
"Hush, my child, your waiting is our stock market."
Blessed are the tainted, the smudges, the grease marks and the blood stains, dripping stains
of pointlessness, sweet stains of plummeting prices, rosy, magenta, mud.
How small is the radius?
How puny their arguments?
Separating good plastic from bad plastic, they recycle in ignorance of loss.
He, who erects himself, was abandoned.
Those who soak their fingertips in lye have been abandoned.
But is that bad?
Not really.
During restless dreams I fell out of bed.
I saw my mother in a dream.
She had a horse head and weighed the Euler's number, the periodic table, the universal
formula for wolf's howl.
All for nothing, still, I loved her and thus myself.
I fell on my stomach like a limp.
The bed behaved as a friend, helped me up.
Prayer or bed?
Bed AND prayer.
Silent are the times.
Holy, the nature boys, when they cover banana bunches with happy looks.
But where trunk, there curve.
Where bark, there wind, thus women.
And what have the women had enough of?
Of circling.
Silent are the poor tangibles, whom shall they worship?
Silent are the sick, the shaved and the guns.
One share directs the running of things to another ...
3.
Round apples, agents in paradise.
Agents of sadness, agents of middle class.
Waves of currency flush our coasts.
Who longs to laundry?
Separated from the branch, they are worthless.
"Stuuuff, give me stuuuff."
"From heir to vine, from urn to rune." –
When talking, vowels behave like forgotten relatives, jump to the glottis and get stuck.
The consonants cling to the contents ...
The consonants cling to the contents ...
4.
Content blenders of dazzling contents!
Dogs!
Handbags of madness!
You will find me in the bushes, oozing with awareness, yet this awareness will turn against
you, into the stomachs of the envious.
Blessed are the envious, small and eerie.
They lie in bed with language and conceal their erection.
It is you.
You, hiker, cover me with pain, vowels and morphemes.
"Chhh", I will wheeze, "Tghh", "Fmtm" and plead you with my dinosaur eyes to move on.
But don't listen, I'm weak -
Leaving the stove on, but having no kitchen, suntanning in a shade, texting my parents in a
public chat room.
They sit next to me on a couch, shaking their heads at me telling them I am an orphan.
See?
It's always worth pushing me against the lockers and stealing my lunch money.
Never will I lose an ugly word about you.
The blessed are holy and real.
Fake are the bullies, when they act like satellites of chat records.
The good guys lower interest rates, the bad guys monitor chats.
Interests?
O yes, they deposit themselves onto our account along with the stolen lunch money and
blend into a staring face, mine.
I'm your immediate aggregate, a sulphur tuft on chlorophyll, last mortgage of the burnt
down shed that would not let you sleep.
Would not let you sleep?
Would not let you sleep ...
Translated by Angerona Ambrasaite1.
Selig sind die Unheiligen, die Katzen und ihre Gebieter.
Ich sehe sie im Park beim Knabbern an ihren menschlichen Hüllen, als wäre
der Tag ihr Feind.
Es ist ein riesiges Warten.
Die Blätter verpfeifen die Zweige bei der ersten Gelegenheit, die Zweige
verpfeifen die Blätter.
Selig sind die Bäume, verdammt und lieb.
Wohin zieht es die Zweige?
Wie präzise ist der Wind, der uns beobachtet?
Früher machte ich mir Gedanken, bis mir die Nase aufquoll.
Ich betete.
Ich setzte mich hin und nahm mit den Handflächen Kontakt zur Erde auf.
Die Erde murmelte, wie auch ich murmelte.
Die Erde gurgelte mit Pestiziden und Würmern.
„Spül’s runter!“, sagte ich und sie spülte.
Aber wohin mit den Treibgasen?
Wohin mit den geliebten Autos?
Ich erhob mich vom Boden wie eine ägyptische Katze, träge und grazil.
Der Wind pfiff ein Lied über das Verstummen.
„Greif zu, lieber Wanderer, greif zu …“
Zwölf Esel trabten durch meine Gedanken, mein Habitat.
Zwölf Paar Ohren, zu freundlich, auf sie wütend zu sein.
Hinsetzen, aufstehen, hinsetzen, aufstehen, tasten.
Das Momentum kippte im schlechten Sinn ins Politische.
„Uns“ löste sich auf in u n s.
Die Tage hatten Saugnäpfe an den Flossen und keine Scheu zu saugen.
Es lief aus dem Ruder.
Nun wissen wir von der unheiligen Zeit, reden von ihr, als wäre sie winzig,
eine Monade, halb Mensch, halb Mond.
Doch auch heute fahren Motorboote von einer griechischen Insel zur nächsten
und transportieren Tabak.
Auch heute verwechseln wir das Kleine mit dem Konkreten.
Am Pier sitzt eine Seefrau mit Seefrauenmütze, zieht ein Streichholz aus der
Schachtel und bricht es in zwei Teile.
Oh Kugelgelenke der Natur, beschützt sie mit eurem Drehen!
Selig sind die Kasteiten, die müden Arbeiter, die ausgeheulten Augen der Männer.
Was bietet ihnen der New Way?
Kerzengerade treibt mein Schatten durchs Mittelmeer.
Ich habe verdammte Angst.
Blöd, wie die dümmsten Hunde, sehne ich mich nach Nettigkeit.
Es ist mein Inneres, das mich sprechen lässt –
Mit den Augen der Sprache sieht jede Pflanze aus wie eine Wimper.
Begießt man sie mit einem Gedicht, wird nichts geschehen …
2.
Leise sind die Seligen, heilig und konkret.
Mies in Krisen, schauen sie von links nach rechts und überqueren die Straße.
Die Kindheitsstraße?
Ja.
Die Zuversichtsstraße?
Ja –
„Leis, mein Kind, dein Zögern ist unsere Börse.“
Selig sind die Befleckten, die Knutschflecken, Fettflecken und die Blutflecken,
triefende Flecken der Bedeutungslosigkeit, süße Flecken des Kursverfalls,
rosig, magentafarben, matschig.
Wie klein sind ihre Radien?
Wie löchrig ihre Argumente?
Sie trennen gutes Plastik von schlechtem, ohne den Sinn von Verlusten zu
begreifen.
Wer sich aufrichtet, wurde verlassen.
Wer seine Fingerkuppen in Lauge einweicht, wurde verlassen.
Aber ist das schlimm?
Nicht wirklich.
Ich fiel während unruhiger Träume aus dem Bett.
Im Traum sah ich meine Mutter.
Sie hatte einen Pferdekopf und wieherte die Eulersche Zahl, das
Periodensystem, die universelle Formel für Wolfsgeheul.
Alles half nichts, ich liebte sie und damit mich.
Ich fiel auf den Bauch wie ein Lurch.
Das Bett verhielt sich wie ein Freund, half auf.
Bett oder Gebet?
Bett UND Gebet.
Leise sind die Zeiten.
Heilig die Naturburschen, wenn sie Bananenstauden mit fröhlichen Blicken
überziehen.
Doch wo Stamm, da Rundung.
Wo Rinde, da Winde, also Frauen.
Und wovon haben die Frauen genug?
Vom Kreisen.
Leise sind die armen Konkreten, wem sollen sie huldigen?
Leise sind die Kranken, die Abrasierten und die Knarren.
Eine Aktie richtet den Lauf der Dinge auf eine zweite …
3.
Runde Äpfel, Agenten im Paradies.
Agenten der Traurigkeit, Agenten des Mittelstands.
Wellen von Währung schwemmen an unsere Küsten.
Wer will sie waschen?
Abgetrennt vom Zweig sind sie wertlos.
„Stoofff, gib mir Stoofff.“
„Von Erbe zu Rebe, von Urne zu Rune.“ –
Beim Sprechen verhalten sich Vokale wie vergessene Bekannte, springen an
die Glottis und bleiben kleben.
Konsonanten klammern sich an die Inhalte …
4.
Inhaltliche Blender blendender Inhalte!
Hunde!
Tragetaschen des Wahns!
Ihr werdet mich im Gebüsch finden, wenn ich vor Aufmerksamkeit triefe, aber
die Aufmerksamkeit wird sich gegen euch richten, in die Bäuche der Neider.
Selig sind die Neider, klein und gespenstisch.
Liegen im Bett mit der Sprache und verstecken ihre Erektion.
IHR bist Du.
Du, Wanderer, deck mich zu mit Schmerz, Ablaut und Morphem.
„Chhh“, werde ich röcheln, „Tghh“, „Fmtm“, und dich mit meinen
Dinosaurieraugen anflehen weiterzuziehen.
Aber hör nicht hin, ich bin schwach –
Lasse den Herd an, aber habe keine Küche, sonne mich im Schatten und
werde dabei braun, schreibe im öffentlichen Chatroom mit meinen Eltern.
Sie sitzen neben mir auf dem Sofa und schütteln den Kopf, weil ich sage,
ich sei Waisenkind.
Siehst du?
Es lohnt sich, mich gegen den Spind zu schubsen und mein Essensgeld
zu klauen.
Niemals werde ich über dich ein schlechtes Wort verlieren.
Die Seligen sind heilig und echt.
Unecht die Schlechten, wenn sie sich als Trabanten von Chatverläufen
aufspielen.
Die Guten senken die Zinsen, die Schlechten kontrollieren die Chats.
Die Zinsen?
Sie zahlen sich ein auf unser Konto neben das zusammengeklaute Essensgeld
und vermischen sich zu einem zugewandten Gesicht, dem meinen.
Ich bin dein Zwischenaggregat, ein Fliegenpilz auf Chlorophyll, die letzte
Hypothek des abgebrannten Schuppens, die dich nicht schlafen lässt.
Nicht schlafen lässt?
Nicht schlafen lässt …