you only have one wish you say

by Semier Insayif


you only have one wish you say

to transplant yourself lock stock and barrel

to plant implant yourself

plant yourself out

like a ball of yarn in the earth

holding your roots like a wick in the fire

 

you only have one wish

one wish

 

to bury your eyes deeply

peeking under the dry bark

of an old tree

your arms and fingers growing

into the tip tops of the grass blades

rocking yourself to and fro

whenever the wind desires

 

only one wish

you have one wish

 

with the tiniest branches

of the little air sacs in your lungs

breathing into the veins of an acorn leaf

and out of its inner greenness

screaming out loud until fireflies

howl wildly at the moon

forest spirits shed their beards

and snowy owls lose their patience

 

you only have one wish

just one single wish

 

to follow the tracks of a fern

to plant tufts of yourself

into the thick black soil

crawling out from under the brushwood

and in due time

pulling out tufts of yourself

like that child of yesterday and today

did with the legs of the buzzing fly

that was crunched in the mouth

of the lip-smacking toad

 

you say

you only have one wish

 

for once you’d like – just one single time

to record yourself on the face of a white folio

© translated by Renée von Paschen

du hast nur einen wunsch sagst du

dich mit haut und haar zu verpflanzen

dich ein aus und um

zu pflanzen

als wolkenknäuel in der erde zu stecken

deine wurzeln als docht ins feuer zu halten

 

nur einen wunsch hast du

einen wunsch

 

deine augen tief zu vergraben

sie unter die trockene rinde

eines alten baumes zu schieben

mit deinen armen und fingern

in die letzten grashalmspitzen zu wachsen

und dich hin und her zu wiegen

wenn der wind es so will

 

nur einen wunsch

einen wunsch hast du

 

mit den feinsten verästelungen

deiner winzigen lungenbläschen

ins blattgeäder eines ahorns zu pusten/atmen

und aus seinem inneren grün

herauszuschreien bis leuchtkäfer

wie wild den mond anheulen

waldgeister ihre bärte verlieren

und schneeeulen ihre geduld/ihr weiß

 

du hast nur einen wunsch

einen einzigen wunsch hast du

 

die fährte des farnes aufzunehmen

dich büschelweise einzusetzen

ins schwarzdichte erdreich

aus dem unterholz hervorzukriechen

dich rechtzeitig wieder

büschel weise aus zu reißen

wie jenes kind damals und heute

die beine der surrenden fliege

die krachend im maul

der schmatzenden kröte verschwand

 

du sagst

nur einen wunsch hast du

 

es möge dir einmal – nur ein einziges mal gelingen

dich in grund und boden eines weißen blattes zu schreiben

© Semier Insayif, boden los (Haymonverlag, 2012)