A Thought of Summer

by Lydia Steinbacher


A Thought of Summer

Without a look back, a thought of summer,

without warm down feathers in glassy air, without plumage,

without desire for wings. The breath is shallow. The crumbling of the facades

is outrageously loud, painful the unthawing, the permafrost does not recognise itself,

feels my steps for the first time, the sun has never been present.

 

The tin-bell chimes between hours in an uncertain distance,

indicating disappearences, when a deceased trades his ears for listening.

A song intoned without lips, without shoes on shimmering soil,

without a look back, without plumage, without desire for wings,

a thought of summer, of farewell, of happiness.

 

Death starts before that.

All are moving towards it.

© translated by Andreas Schachermayr

Ein Gedanke an Sommer

Ohne einen Blick zurück, einen Gedanken an Sommer,

ohne einen wärmenden Flaum in glasiger Luft, ohne Gefieder,

ohne Flügelwunsch. Der Atem ist oberflächlich. Das Bröckeln der Fassaden

ist unerhört laut, schmerzhaft ein Auftauen, der Permafrostboden erkennt sich nicht wieder,

spürt meine Schritte zum ersten Mal auf sich, die Sonne war noch nie da.

 

Es läutet die Zinnglocke zwischen den Stunden in eine unbestimmte Ferne,

zeigt Verflüchtigung an, wenn ein Verstorbener seine Ohren gegen Zuhören tauscht.

Ohne Lippen ein Gesang geformt, ohne Schuhe auf glänzender Erde,

ohne einen Blick zurück, ohne Gefieder, ohne Flügelwunsch,

ein Gedanke an Sommer, an Abschied, an Glück.

 

Der Tod beginnt schon früher.

Alle sind Entgegenläufer.

© Lydia Steinbacher