outward glance

by Lydia Steinbacher


outward glance

wind wraps cigarette smoke around thin fingers of a strange woman.

she wished one could warm up the waxen body with it,

since having been frozen a second time she felt how she crystallized.

 

the iris flowers of these eyes had their buds exposed to frost.

one ignores what the unanimous cawing in the sky means for all

that lies fallow. afterwards spring comes by itself.

 

the long hair can be used by the old girl as bookmark,

since it all falls out. and nobody pulls from the pincushion

a word of validity and sews pretty feathers to the head.

 

the man at the window is affected by the setting of the sun.

without hands he is unable to free himself, the outside world remains

a mystery to him. the woman too. silently a coin drops in the room.

© translated by Andreas Schachermayr

blick nach draußen

zigarettenrauch wickelt der wind um dünne finger einer fremden frau.

sie wollte, man könnte sich daran den wächsernen körper aufwärmen,

denn zum zweiten mal eingefroren spürte sie sich auskristallisieren.

 

die irisgewächse dieser augen haben die knospen dem frost ausgesetzt.

man blendet aus, was das einstimmige krächzen im himmel für alles

brachliegende bedeutet. danach kommt der frühling wie von selbst.

 

die langen haare kann das alte mädchen als lesezeichen verwenden,

denn sie fallen ihm alle aus. und niemand zieht aus dem nadelkissen

ein wort von stichhaltigkeit und näht dem kopf schöne federn auf.

 

der mann am fenster zeigt sich vom sonnenuntergang betroffen.

ohne hände kann er sich nicht befreien, die außenwelt bleibt ihm

ein geheimnis. und die frau. im zimmer fällt leise ein schilling.

© Lydia Steinbacher, aus dem Band „silex“ aus der Reihe "Neue Lyrik aus Österreich", Band 5, 2014 (Verlag Berger, Horn)