if i were petrified

by Lydia Steinbacher


if i were petrified

darkened by the river water

the hair hangs heavily

the submerging washes

the world out of my eyes

no reflection of the bottom

only a far-off sound

 

if i were petrified

a water lily in the grey gravel

a calcareous skeleton like painted on

touched by fish bellies

and grown green by and by

i would be older than the river

 

the sun lies loosely on the slope

surfaced in the leaves’ shadow

a praying forest bends

drops of thoughts on the skin

everything transfigured transpires into air

a scale shines in the hair

© translated by Andreas Schachermayr

wenn ich versteinert wäre

verdunkelt vom flusswasser

die haare hängen erschwert

das untertauchen verschwemmt

mir die welt aus den augen

kein spiegelbild des grunds

nur ein geräusch von ferne

 

wenn ich versteinert wäre

eine wasserlilie im grauen kies

ein kalkskelett wie aufgemalt

von fischbäuchen berührt

und mit der zeit ergrünt

ich wäre älter als der fluss

 

lose liegt die sonne am hang

im blätterschatten aufgetaucht

es neigt sich ein betender wald

gedankentropfen auf der haut

ist alles verklärte verdunstet zu luft

in den haaren glänzt eine schuppe

© Lydia Steinbacher, aus dem Band „silex“ aus der Reihe "Neue Lyrik aus Österreich", Band 5, 2014 (Verlag Berger, Horn)