Me to the Conqueror

by Lydia Steinbacher


Me to the Conqueror

Everything you threw back to me, that you could

not keep or lift up, that which only weighs down.

You had to rise to weightlessness.

You broke up with me early on, because I am

burnt out, you unburdened yourself of me early.

Yes, I am the left behind, the easily dispensable

because of stodginess. But I should be happy,

when your space ship metal pierces through my roof

und strikes dead a part of me. When I am less,

I am more valuable. When I talk like this to you,

“you” becomes a bad word, when you speak of yourself,

I get sick. The sickness derives from the self-aggrandisement.

The solid ground, on which I remain, should continue hardening,

until you fall from your outer space, then I want to count,

how you accelerate and smash to pieces. But until then

there is still time, time full of unbearable dullness of pretence.

When you arrive up there, pierce the flag

right into the heart of your easy-beloved conquest

and let it fly in a Hollywood wind,

for long since I have stopped believing you.

And I certainly do not believe the moon.

© translated by Andreas Schachermayr

Ich an den Eroberer

Alles hast du mir zurückgeworfen, was du nicht erhalten

oder hochhalten konntest, was nur beschwert.

Du musst ja steigen bis zur Schwerelosigkeit.

Von mir hast du dich früh getrennt, weil ich

ausgebrannt bin, um mich hast du dich früh erleichtert.

Ja, ich bin das Zurückgelassene, das Leichtentbehrliche

weil Schwerverdauliche. Aber ich muss froh sein,

wenn dein Raumschiffmetall mir durchs Dach schlägt

und einen Teil von mir erschlägt. Bin ich weniger,

bin ich wertvoller. Wenn ich so zu dir spreche,

wird „du“ zum schlechten Wort, wenn du von dir sprichst,

wird mir schlecht. Die Übelkeit kommt von der Überhöhung.

Der feste Boden, auf dem ich zurückbleibe, soll weiter härten,

bis du aus deinem Weltraum fällst, ich will dann zählen,

wie du beschleunigst und zerschellst. Aber bis dahin

ist noch Zeit, Zeit unerträglicher Schwerfälligkeit des Scheins.

Wenn du oben ankommst, stoß die Flagge

deiner leichtgeliebten Eroberung mitten ins Herz

und lass sie wehen im Hollywoodwind,

denn ich glaube dir schon lange nicht mehr.

Und dem Mond schon gar nicht.

© Lydia Steinbacher