Reconciliation

by Lydia Steinbacher


Reconciliation

The birds behind the horizon have not returned

with time, which beats in the chest against deliberation.

Glacial ice has carried the stones further, not a single one

can be found in the garden that cocoons itself in cloudy white.

 

Each evening in meadow’s smock your voice breaks in the wind.

How cold it is! in the moon’s image above my mugged head and the sound

of silence, in which the plea to come closer fades away audibly.

The unburied borderlines will be caught up by you or me.

 

On the ground a trace of lime is still readable from your drawn eyes.

The melting river softens the defeated landscape by thawing the stars,

the snow in the mountains must be green from farewell, now that it drowns.

Separating my lips a forgiving word falls into the dense water, swims.

 

Melted glacial ice, washed-out conglomerate of the heart wall.

Stones bleached by conscience punch a hole into the sea,

that nobody could bring here. Only this missed story of yours!

 

Never have you been one of those who only dared to dream with music.

Blurred lines on the ground, you come swimming over them,

the sea swells. The birds also come here again under your arms.

© translated by Andreas Schachermayr

Versöhnung

Die Vögel hinter dem Horizont sind nicht zurückgekehrt

mit der Zeit, die in der Brust gegen die Besinnung schlägt.

Gletschereis hat die Steine weiter getragen, kein einziger

ist noch zu finden im wolkenweiß sich einspinnenden Garten.

 

Jeden Abend im Wiesenschaum bricht deine Stimme im Wind.

Wie sie friert! im Mondbild über meinem ausgeraubten Kopf und dem Klang

von Stille, in dem sich die Bitte, einen Schritt näher zu kommen, hörbar verliert.

Die unbegrabenen Grenzziehungen werden eingeholt werden von dir oder mir.

 

Auf der Erde ist noch eine Kalkspur lesbar von deinen nachgezogenen Augen.

Es erweicht der Schmelzfluss die besiegte Landschaft im Auftauen der Sterne,

der Schnee in den Bergen muss von Abschied grün sein, jetzt da er ertrinkt.

Meine Lippen trennend fällt ein verträgliches Wort ins dichte Wasser, es schwimmt.

 

Aufgelöstes Gletschereis, ausgespültes Konglomerat der Herzwand.

Die vom Gewissen gebleichten Steine schlagen ein Loch in das Meer,

das niemand hierher bringen konnte. Nur diese vermisste Geschichte von dir!

 

Nie warst du einer der Menschen, die zu träumen erst wagen mit Musik.

Verwischte Linien am Boden, darüber hinweg kommst du geschwommen,

es wächst das Meer. Auch die Vögel kommen wieder unter deinen Armen hierher.

© Lydia Steinbacher