The Question of the Crocus

by Lydia Steinbacher


The Question of the Crocus

The clash of the winds rips apart

the last threads of summer in the cold.

Brittly the words of the humans break

already when listening to the fleeing birds.

 

Where will you hold on to on withering days,

dark and true the night touches your heart,

cracked by throbbing and cooling in solitude,

when only the snow quenches this lament.

 

On the bench you look like a penitent child,

who has already spent half of the winter

freezing and waiting with defoliated trees,

eyes rapt so that you won’t miss it,

when the first bud bursts open in the shy light.

 

The crocus leans questioningly towards you –

Am I fully a flower only when blooming anew?

© translated by Andreas Schachermayr

Die Frage des Krokus’

Das Aufeinanderprallen der Winde

zerreißt die letzten Sommerfäden in der Kälte.

Spröde zerbrechen den Menschen die Worte

schon beim Lauschen den fliehenden Vögeln.

 

Woran hältst du dich fest in welkenden Tagen,

dunkel und wahr fasst die Nacht dir ins Herz,

das rissig vom Pochen sich kühlt im Alleinsein,

wenn nur der Schnee diese Klage noch stillt.

 

Auf der Bank siehst du aus wie ein reuiges Kind,

das den halben Winter schon frierend und wartend

die Zeit mit entlaubten Bäumen verbringt,

die Augen gebannt, um es nicht zu versäumen,

wenn im scheuen Licht die erste Knospe zerspringt.

 

Der Krokus neigt fragend sich zu dir hin –

Ob ich als Blume im Blühen nur vollständig bin?

© Lydia Steinbacher